Besuch der Santa Fe Oper

Eigentlich sind wir wegen der Santa Fe Opera nach New Mexico gekommen. 1956 gegründet, werden hier seit 1957 Sommerfestspiele durchgeführt. Das Gebäude ist sehr modern, auf den Seiten und hinter der Bühne offen, der Sonnenuntergang und manchmal auch der Regen werden Teil der Aufführung.

Für uns ein wenig gewöhnungsbedürftigt ist das „Tailgating “ vor dem Anlass. Auf dem Parkplatz wird alles ausgepackt, was zu einem feinen Picnic gehört, Körbe voll mit Esswaren, Tische, Bänke und Stühle, weiße Tischtücher, Kandelaber, Blumen….. aber es wird eindeutig weniger gegrillt als vor einem Footballmatch 🏈.

hat doch Klasse, oder?

Tailgating: Eine Heckklappenparty ist ein gesellschaftliches Ereignis, das an und um die offene Heckklappe eines Fahrzeugs stattfindet. Beim Tailgating, das hauptsächlich in den USA stattfindet, werden häufig alkoholische Getränke konsumiert und Lebensmittel gegrillt. Wikipedia (Englisch)

New Mexico – Land of Enchantment

Mit der Nostalgiebahn unterwegs an der Grenze Colorado – New Mexico

N.M. liegt im Südwesten der USA und trägt zu Recht den Beinamen Land of enchantment – Land der Verzauberung. Seit über zwei Wochen sind wir in unserer „Casita“ in Santa Fe und haben bereits beschlossen, irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft nochmals ein paar Wochen hier zu verbringen.

Santa Fe liegt auf etwa 2200 Metern und ist die Hauptstadt des Bundesstaates New Mexico. Das Klima ist trocken und trotz der sommerlichen Hitze sehr angenehm. Will man den hohen Temperaturen ausweichen, in nur wenigen Minuten ist man in den Sangre de Christo Mountains. Diese Gebirgskette ist bis zu 3000 m hoch und wird von einem gut markierten Wanderweg-Netz durchzogen, durchnummeriert und dubbelisicher.

Santa Fe verschwindet im Grün

Santa Fe nennt sich the City different und tatsächlich finden wir hier eine der angenehmsten Formen des „American way of Life“. Die überwiegende Mehrheit der Häuser ist im Pueblostil erbaut, ältere Gebäude stehen unter Denkmalschutz und Neubauten, auch Hotels, müssen in dieser Bauweise errichtet werden. So ist ein Stadtbild entstanden, das in seiner Art wohl einmalig ist für Nordamerika. Angeblich ist die grosse Anziehungskraft Santa Fe‘s auf Künstler diesem kompakten Stadtbild zu verdanken. Wir tippen da eher auf die umliegende Landschaft mit ihrer Ruhe und Einsamkeit, den Bergen, Wüsten und Canyons.

Mehrere Museen und mehr als 200 Galerien befinden sich in Santa Fe, die Stadt gilt als Mekka der nordamerikanischen Kunstszene. 2008 haben sich mehrere Künstler zu einem Kollektiv zusammengeschlossen: Meow Wolf. Ihre bekannteste und erfolgreichste Kunstinstallation ist das House of Eternal Return, ein Haus voll von Farben, Lichtern und Tönen, eine Mischung zwischen Alice im Wunderland und Space Odyssee.

Gefangen in einem Traum aus schwarz und weiss, beruhigend nach all den Farben

hier der Link, falls ihr mehr Erfahren wollt: https://meowwolf.com

Kunstwerke und Malereien findet man überall, die Stadt ist ein Farbenfest

Übrigens, Santa Fe heißt ausgeschrieben: La Villa Real de la Santa Fé de San Francisco de Asís…. man kann es ja auch übertreiben!

So, fertig jetzt! Schön‘s Tägli und en Guete Start in die neui Wuche

Farbenpracht in Argentiniens Hochland

Ob Friedhöfe, Murales, Kirchen, Märkte oder Gesteinsformationen, Argentiniens Nordwesten erstrahlt in einer gewaltigen Farbenpracht.

Mariano und Peter bei Purmamarca

Mit unserem lokalen Führer Mariano waren wir drei Tage lang im Hochland von Salta und Jujuy unterwegs. Die Puna, wie diese Hochwüste hier in Argentinien genannt wird, bildet eine geografische Einheit mit der chilenischen Atacama-Wüste und ist von weiten Ebenen zwischen 3500 bis 4200m Höhe geprägt.

Zuerst sind wir von Salta aus nordwärts durch subtropische Wälder in die Quebrada de Humahuaca, das seit 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, gefahren.

… und so sieht es bei besseren Bedingungen aus
Fotocredit: Lahi Creativ Commons
Der bunte Friedhof von Maimara
Murales in Humahuaca
Erste Übernachtung in Tilcara, die zweite in Susques

Am zweiten Tag haben wir besseres Wetter erwischt und so konnten wir auch eine kürzere Wanderung unternehmen. Mariano liebt seine Region und konnte uns viel Wissen und Begeisterung über diese Gegend vermitteln.

Unterwegs von Tilcara nach Susques
Salinas Grandes
Lamas
Vicuña

Obwohl sich unsere Begeisterung für Kirchen stark in Grenzen hielt, ist Mariano mit uns zur Kirche von Susques gefahren. Und er sollte recht behalten, das Kirchlein ist einen Besuch wert!



Hier in Susques haben wir übernachtet. Trotz des Besuchs der Kirche, auf 3600m Höhe lässt sich für „ungeübte“ schlecht schlafen, in unserem Fall fast gar nicht. Dementsprechend ging es uns auch am nächsten Morgen, doch mit Mariano’s guter Laune und einer Dosis „Pupusa“, ein Heilkraut aus der Puna, konnten wir unseren dritten und letzten Tag auch noch geniessen.

Zurück in Salta haben wir zehn Stunden durchgeschlafen, das hat gut getan. Heute Nachmittag werden wir noch ein Museum besuchen und morgen geht es noch auf den Markt – ich will noch unbedingt dieses Pupusa-Kraut besorgen – bevor es heisst: Koffer packen, jetzt geht es ab nach Hause!

Hasta pronto! 🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭🇨🇭

Quebrada de las Conchas

Unser Weg nach Salta führt uns wieder durch Täler und Schluchten, die bekannteste davon ist die malerische Quebrada de las Conchas, die Schlucht der Muscheln. Muscheln haben wir keine gesehen, dafür eine abwechslungsreiche und atemberaubend schöne Landschaft, an der wir uns einfach nicht satt sehen können. Am besten lassen wir jetzt einfach unsere Bilder sprechen.

In Salta erwartet uns wieder eine Airbnb-Unterkunft, diesmal hoffentlich mit brauchbaren Kochutensilien und ohne störenden Geruch.

Wir sind auf dieser Reise auf den Geschmack von Empanadas gekommen, am Dienstag wird uns eine Einheimische beibringen, wie wir die typischen Empanadas der Gegend selber herstellen können.

Eine dreitägige Rundtour mit Führer haben wir auch gebucht. Dies scheint uns ratsam zu sein, da die Salinen und einige der Sehenswürdigkeiten der Gegend sich für uns auf ungewohnter Höhe befinden. Die Route führt uns auf Bergstraßen bis auf 4000 m, da lässt man lieber einen Profi ans Steuer.

Empanadas con pollo y queso

Schöne Woche!

RN 40 Villa Unión – Cafayate

Wir verlassen Villa Union und folgen der RN 40, die sich zuerst mit sanften, dann immer steileren Kurven einer Schlucht entlang schlängelt. Auf der Passhöhe Cuesta de Miranda angekommen, staunen wir über die Aussicht und über eine kleine Madonnenstatue, zu deren Füßen vorwiegend gefüllte Plastikwasserflaschen gelegt wurden. Opfergaben?


Diese Ortschaft besteht genau aus einem Haus. Woher der Bewohner wohl stammt?
Es ist ein ständiges Rauf und Runter

Immer wieder schlängelt sich die RN 40 durch Täler, Schluchten, Hochebenen und kleineren Siedlungen. Von roten Felsen zu Steppengras, von Reben zu Steinwüsten, langweilig wird es uns nie. Auch durchqueren wir regelmäßig ausgetrocknete Bach- und Flussbette, manchmal so tief, dass das Flussbett über Augenhöhe liegt. Jetzt ist uns klar, wieso die RN 40 in der Regenzeit keine gute Idee ist.

Für einmal nicht ausgetrocknet

Stundenlang sind wir alleine unterwegs, nur ein paar Tiere scheinen sich für uns zu interessieren. Drei Fahrzeuge am Tag = Rushhour, vier Autos sind schon eine Zumutung.

Der höchste Gipfel der Sierra Famatina ist 6250 m höch
Reben der Finca Albarossa auf 1853 m

Drei Tage haben wir gebraucht, um gemütlich von Villa Union nach Cafayate zu fahren. Hier in Cafayate werden wir uns von den „Strapazen“ der Reise erst mal erhohlen und wohl auch den Weißwein aus der Torróntes-Traube versuchen, die zwischen 1800 – 2400 m.ü.M. angebaut wird.

Ab Cafayate werden wir die Ruta 40 einstweilig verlassen, für die Weiterfahrt nach Salta haben wir uns für die Ruta 68 entschieden, die durch die Quebrada de las Conchas führt.

RN 40 – Von Mendoza nach Villa Union

Öde Landschaft 20 km nördlich von Mendoza


Seit Freitagmorgen sind wir wieder unterwegs. Kurz nach Mendoza sind wir auf die legendäre Ruta 40 gestossen und werden nun dieser Strasse für die nächsten 1300 km bis nach Salta folgen.

5301 km lang ist die Ruta Nacional 40, vom Cabo Vírgenes bis nach Ciénagas de Paicone an der bolivianischen Grenze, somit ist sie eine der längsten Fernstrassen der Welt.

Kurz nach Mendoza wird es ziemlich öde, die Strasse zieht sich fast schnurgerade in die Ferne und Peter ist es ziemlich langweilig am Steuer. Auf Rücksicht auf seinen hartnäckigen Husten fahren wir nur knappe drei Stunden bis nach San Juan. Ich würde mich nur ungern wieder ans Steuer setzen, zu lange ist es her, seit ich mit meinen roten Seat Ibiza durch die Strassen gefegt bin.

Nach einer Nacht im Hotel scheint es Peter viel besser zu gehen und gemütlich machen wir uns auf den Weg nach Villa Union. Die ersten paar Kilometer sind wieder langweilig, doch bald wechselt die Landschaft, die Berge rücken näher und die Strasse trumpft mit Kurven auf.

Wie man sich doch über eine Kurve freuen kann…
Oder über eine nette Botschaft

Nach San José de Jáchal steigen wir die relativ schnell in die Höhe und haben einen wunderbaren Weitblick.

Und was kommt nach der nächsten Kurve?


Wir sind ziemlich hungrig in Villa Union eingetroffen. Leider zu spät für ein spätes Mittagessen, jetzt müssen wir auf das Abendessen warten. Hier in Argentinien machen die Restaurants nicht vor 19.30 h auf, die meisten erst um 20.00 h – 20.30 h. 😫😫😫😫

Airbnb-Erfahrungen

Man glaubt es kaum, aber der Schein trügt. Diese Unterkunft in Luján de Cuyo (Mendoza) ist nicht ganz so idyllisch wie es auf dem ersten Blick scheinen mag. Gut, für Leute mit schlechtem Geruchssinn, die nur auswärts essen und Hunde lieben stimmt der Eindruck, aber für uns ist es der dritte richtige Airbnb-Fehlgriff!

Auswärts essen mag ja Spass machen, ist man wie wir für längere Zeit unterwegs möchte man zwischendurch den Kochlöffel doch lieber mal selber schwingen – oder zumindest zuschauen, wie die bessere Hälfte dies macht. Deshalb suchen wir uns bei längeren Aufenthalten am gleichen Ort eine Wohnung oder ein Cottage. Und damit haben wir schon viele wirklich schöne Erfahrungen gemacht. So wie in Barossa Valley, wo die Gastgeber uns einfach zu einem Familienessen mitgenommen haben, in den Blue Mountains wurden wir schon vor Ankunft gefragt, welche Milch den wir denn gerne zum Frühstück hätten. Oder in Broome und Adelaide, wo die jeweilige Gastgeberin uns am Flughafen resp. Bahnhof abgeholt hat und in Adelaide das Häuschen mit einem Riesenstrauss Lilien geschmückt war. Oder da kommt mir noch der Host an der Great Ocean Road in den Sinn, der uns nachts den Kamin von außen mit Holz gefüttert und somit das Feuer am Leben erhalten hat…. und uns wegen der unerwarteten Kälte eine Wollmütze in unseren Goodybag packte…..

Antigua
Broome
Leura, Blue Mountains, so schöne Erinnerungen

Aber ich schweife ab, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Geruchssinn und selber kochen… unsere Unterkunft hier hat einen Induktionsherd, leider keine passenden Pfannen. Die einzigen Töpfe mit magnetischen Boden haben weder Griffe noch Deckel, eigentlich sind es Schüsseln.

Wie soll man da kochen?

Und die Wäsche riecht, als hätte man sie tagelang nach dem Waschen in der Maschine vergessen und dann noch feucht in den Schrank versorgt. Ein grauenhafter Mief, auch wenn es Peter nicht so schlimm empfindet.

Mit den Hunden ist es so, dass es Unmengen von streunenden gibt, dazu scheint jeder Hausbesitzer in der Nachbarschaft auch noch Hunde zu besitzen. Das Geheule, Gebell und Gekläffe nimmt kein Ende, vor allem nachts ist es ziemlich störend.

Ich mag Hunde nicht besonders, aber das scheint die nicht weiter zu stören

Dafür hatten wir in der letzten Unterkunft Azuca, die freundlichste Katze der Welt

Der Swimmingpool ist übrigens der Hunde-Trinknapf. 😩😩😩

Manchmal hat man einfach mit der Wahl der Unterkunft Pech. Obwohl alle vorherigen Mieter die Unterkunft und die Vermieterin in den höchsten Tönen lobten, für uns stimmt es diesmal einfach nicht. Es liegt wohl auch daran, dass die Besitzerin nicht anwesend ist und ihre Stellvertretung zwar sehr nett aber auch überfordert ist.

Genug geklönt, schlussendlich ist alles nur halb so schlimm. Und am Freitag geht’s Richtung Norden mit dem Auto weiter. Ca. 1300 km von Mendoza nach Salta auf der legendären Ruta 40 mit einem längeren Stopp in Cafayate, mit 1680 m.ü.M. eines der höchst gelegenen Weinanbaugebiete der Welt.

Wir melden uns 🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷