Gone with the wind

Auf viel Wind hoffen wir bei unserer Transatlantikfahrt, viel Wind und möglichst keine Wellen. Geht diese Kombination überhaupt oder bedeutet viel Wind immer auch viel Wellen? Keine Ahnung, in 17 Tagen werden wir es wissen.

Die Sea Cloud ist etwas länger als 100 m und hat – soviel wir wissen – keine Stabilisatoren. Bei stürmischer See kann dies zu einem richtigen Rodeo auf dem Wasser führen, ein Rodeo in einer Nussschale! Ganz anders als bei unserer Pacific Überfahrt mit dem Frachtschiff, das hatte zwar auch keine Stabilisatoren, aber die Dimensionen waren da schon ganz anders. Peter freut sich wie ein Kind auf die Überfahrt, bei mir ist die Freude ein klein wenig mit Anspannung gemischt.

Wenn alles gut geht, treffen wir am 21. Dezember in der Dominikanischen Republik ein. Wir fliegen noch gleichentags nach Miami weiter, also werden wir uns knapp vor Weihnachten wieder melden.

Euch allen wünschen wir eine möglichst stressfreie Adventszeit und ganz, ganz viel flockigen Schnee ⛄️⛄️⛄️⛄️ …. und liebe Wuppertaler, schade seid ihr nicht in Kabine 29!

Übrigens, meine Spanischkenntnisse haben sich hier auf Gran Canaria rapide verbessert, ich kann jetzt schon unsere Getränke bestellen: dos copas de vino blanco, por favor – dumm nur, dass Peter eigentlich lieber Rotwein mag 😉🍷😘

 

Palermo, Sicilia

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Die Kathedrale von Palermo

Der Aufenthalt in Palermo war der krönende Abschluss unserer Sizilen-Reise. Wir werden sicher noch einmal in diese Stadt zurückkehren.

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Mein erster Eindruck von Palermo vom Beifahrersitz: Chaos pur

Aber irgendwie geht es doch, denn die Sizilianer sind extrem tolerante Autofahrer. Auch wenn eine/r quer zur Fahrbahn oder in der zweiten Reihe parkiert und somit den Verkehr in mindestens einer Richtung für ein paar Minuten lahm legt, es geht erstaunlich lange bis gehupt wird. Wenn der/die Schuldige dann auftaucht, genügt meistens nur ein kurzes Winken als Entschuldigung und weiter geht’s, ohne dass auch nur ein böses Wort fällt. Stellt euch eine solche Situation mal bei uns vor 😆😆😆😆

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Green Car Parking, unser Stellplatz in Gehdistanz zum Centro und nachts erstaunlich ruhig.

Die vier Tage sind wie im Fluge vergangen und wir haben noch lange nicht alles gesehen. Mit einem Führer haben wir zu Fuss einen kleinen Teil der Altstadt besichtigt. Da wir nur zu viert mit ihm unterwegs waren, konnte er uns vieles erklären und auch auf unsere Fragen eingehen.

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Piazza und Fontana Pretoria, wegen den nackten Statuen auch Piazza della vergogna (Schande) genannt.

Gemäss Gianpiero, unserem Guide, war der Anblick dieses Brunnens für die Nonnen im gegenüberliegendem Kloster schon fast ein Martyrium, heilig gesprochen wurde aber keine von ihnen.

Unweit der Piazza Pretoria befinden sich nebeneinander die zwei Kirchen San Cataldo und Santa Maria Dell Ammiraglio. Bei San Cataldo fallen vor allem die drei runden Kuppen auf, die mich stark an Glacekugeln erinnern. Inwendig ist die Kirche jetzt sehr schlicht und man kann gut die Struktur der Steinbögen erkennen. Nun ja, vielleicht nicht ganz auf diesem Foto…..

Die Kirche Santa Maria Dell‘ Ammiraglio sieht von außen nach nichts Besonderem aus, vor allem nicht in Palermo mit all den Prachtbauten. Das Innere hingegen ist schon spektakulär, auch wenn nicht alles unbedingt gefallen muss.

Am besten gefallen hat mir die Kathedrale von Palermo, der Anblick dieses Prachtgebäudes im goldenen Licht des späten Nachmittags hat uns tief beeindruckt. Und jedes Mal, wenn wir auf unseren Streifzügen durch die Stadt daran vorbeigekommen sind, habe ich es nochmals und nochmals fotografiert. Und habe mich auch immer wieder aufgeregt, weil ich die Schönheit auf den Fotos nicht richtig einfangen konnte.

In der Altstadt kann man tagelang unterwegs sein und entdeckt immer wieder Neues, Palazzis, Innenhöfe, enge Gassen mit blankpolierten Steinplatten, wunderbare Piazzas und gefühlte hundert Kirchen. Dann noch die vielen Bars, Trattorias, Märkte und Restaurants! Aber auch viele Ruinen und Bauten, die in den nächsten fünf Minuten zusammen zu brechen drohen.

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Im Gegensatz zu Genova verlief die Einschiffung in Palermo recht chaotisch, aber irgendwie schafften wir es mit nur 18 Minuten Verspätung um 23.18 h loszulegen. Nach einer sehr ruhigen Fahrt kamen wir bei Einbruch der Dunkelheit am nächsten Abend an. Die infolge des Brückeneinsturzes geänderte Straßenführung hat unseren Navigator völlig aus der Bahn geworfen und so mussten wir uns den Weg zu unserem Campingplatz wie in den guten  alten Zeiten erkämpfen. Zum Glück hat Peter Nerven aus Stahl, aber diese nächtliche Fahrt durch Genova hat auch von ihm einiges abverlangt.

Jetzt sind wir wieder zu Hause und geniessen das herrliche Herbstwetter. Unser WoMo ist gereinigt und für den Winterschlaf versorgt. Und wir? Wir haben um uns zu akklimatisieren eine kleine Tour-de-Suisse unternommen – mit dem Zug!

F69D6FF9-00B2-435C-ADE7-A571EB3823F7.jpegSo schön, sicher, perfekt und geordnet es hier in der Schweiz auch ist – nur schon der Wasserdruck in der Dusche ist Luxus pur – in ungefähr sechs Wochen geht es für uns schon wieder los – Endziel Südamerika.

Hasta pronto amigos 😎😎😎😎😎😎😎😎😎😎😎😎😎😎😎

Die Mosaiken der Villa Romana del Casale

Meine Eltern haben die Villa vor etwa 20 Jahren besucht, damals waren sie fast die einzigen Besucher. Noch vor vier Jahren konnte man die Mosaiken wenigstens am Vormittag ziemlich ungestört besuchen. Und heute? Heutzutage braucht man schon morgens um 9.30 h starke Nerven und „faccia tosta. Vor uns waren bereits fünf grosse Reisebusse eingetroffen, alles staute sich im Eingangsbereich auf den schmalen Stegen, die zum Schutz der Mosaiken über den Böden angelegt sind. Seitliche Eingänge gibt es genug, wieso müssen alle Guides mit ihren Schäfchen die Führung am gleichen Ort beginnen? Also Ellbogen raus, zurück und beim nächsten Eingang wieder rein. So konnten wir in Ruhe die Bilder bestaunen und auch ein paar Aufnahmen machen.

Die Farben sind bei einigen Originalen nicht so stark, so sieht man aber die Motive besser

Die Latrine der Familie: da sass man nun nebeneinander, erledigte sein Geschäft und unterhielt sich dabei. Wie romantisch ist das denn!

… und morgen schauen wir uns wieder ein paar „alte“ Steine an. Die Tempelanlagen von Agrigento: La Valle dei Templi und natürlich gehört auch das wieder zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Zum Schluss noch ein Rätsel: welches Fahrzeug im nachfolgenden Foto hat wohl parallel und innerhalb der Bodenmarkierung parkiert? 😉🤣🤣🤣

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Sizilien, keine Liebe auf den ersten Blick

 

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Stellplatz im Agriturismo bei Passopisciaro, im Hintergrund der Ätna

Seit zwei Wochen befinden wir uns auf Sizilien, trotz der Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen werden wir nicht so recht warm mit der Insel. Der Funke will einfach nicht so recht überspringen. Die Landschaft ist zweifelsohne schön, das Meer warm, das Wetter grandios und der sizilianische Barock sehenswert. An was liegt es dann? Was uns wirklich abschreckt ist zum einen der Abfall, der überall herumliegt und zum zweiten haben wir Mühe mit dem Parkieren. Unser Womo ist einfach eine Nummer zu gross für diese Insel und/oder wir sind einfach zu doof, um wie die Einheimischen Töff/Auto/Wohnmobil/Bus auf irgendeine freie Fläche zu stellen, sei es nun im Halteverbot, auf dem Fussgängerstreifen, dem Trottoir, in der Kurve….. Und so mussten wir schon einige Besichtigungen streichen, weil wir keinen offiziellen Parkplatz gefunden haben und uns die „faccia tosta“ (Unverschämtheit ist da wohl die richtige Übersetzung) noch fehlt. Ich arbeite daran – oder besser: ich arbeite an Peters! Aber eines möchte ich klar festhalten: Peter lenkt unseren Bruno wie ein Sizilianer durch den Verkehr, auch wenn aus zwei Spuren vier gemacht werden oder die Häuserwände rechts und links immer näher rücken. Ihm macht das Ganze sogar noch Spass.

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Es wird eng! Hier in Acireale

Vom Abfall und Dreck haben wir keine Fotos gemacht, es ist einfach zu hässlich und beschämend.

Nach Cefalù haben wir die Küste verlassen und sind Richtung Randazzo in die Hügel gefahren. Die Nacht haben wir vollkommen ruhig auf einem Weingut verbracht, schöner kann ein Stellplatz wirklich nicht liegen.

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Pool mit Blick auf den Vulkan – Weingut bei Passopisciaro

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich von Francavilla aus der Alcantaraschlucht entlang wandern, aber eben, wohin mit unserem Vehikel? Entnervt haben wir die Gegend hinter uns gelassen und sind direkt auf einem Campingplatz in Letojanni gefahren, ein Badeort neben Taormina. Von hier aus lässt sich das Städtchen auf dem Hügel ohne lästige Parkplatzsuche unkomplizert mit Bus und Seilbahn  besichtigen.

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Aussicht von Taormina

 

Nach drei gemütlichen Tagen am Meer sind wir südwärts der Küste entlang nach Catania weitergezogen. Der Campingplatz Jonio wird zwar im Campingführer gelobt, die Begründung für diese Begeisterung können wir nicht ganz nachvollziehen. Aber er liegt praktisch in Gehdistanz (ca. 1 Std) von der Altstadt und vom Bahnhof der Circumetnea, die Bahn, die rund um den Ätna fährt.

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Der Elefantenbrunnen, das Wahrzeichen von Catania

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Gestern haben wir Catania hinter uns gelassen und sind weiter nach Siracusa. Mit Hilfe eines selbsternannten Parkplatzwärters konnten wir unser Wohnmobil auf einen normalen Parcheggio stellen. Niemand schien sich daran zu stören, dass wir weit über die Markierung hinweg standen. Siracusa ist auch wirklich schön, aber schon nach ein paar Stunden hatten wir genug von den Menschenmassen und so sind wir weitergezogen zu einem Agristurismo, hier ist die Welt noch in Ordnung.

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Il duomo di Siracusa

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Unser Stellplatz mit Hängematte und Pool

179B0E81-1C27-40D5-AAA8-82AC0D128A11Unser nächstes Ziel ist Noto, das Barockstädtchen auf Sizilien. Vielleicht fahren wir morgen, vielleicht auch nicht, mal sehen.

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Unsere Route bis heute (18.9.18)

 

 

 

 

 

Unsere Camping-Nachbarn II

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Vor der Invasion

Sie sind laut, mehr als laut, sie sind freundlich, sie sind herzlich, sie reden, sie singen und schreien und reden, es nimmt kein Ende…. unsere sizilianischen Nachbarn auf dem Campingplatz Costaponente bei Cefalù. Sie sind so laut, dass bis drei Uhr morgens nicht ans Schlafen zu denken war. Dabei hat alles so wunderbar begonnen.

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Warten auf die Einschiffung

Die Einschiffung in Genova und die Überfahrt verlief ziemlich ereignislos, vom DJ in der Lounge mal abgesehen, der sich als die Reinkarnation von Lució Dalla wähnte. Die Fahrt zum Stellplatz in Palermo verlief da schon spannender. Ich habe abwechslungsweise Herzrhythmusstörungen, Magenkrämpfe und Wutanfälle durchgemacht, während Peter souverän unser Wohnmobil durch den dichten und völlig chaotischen Abendverkehr gelenkt hat. Und erst noch Spass dabei hatte! Aber seine  Aussage „ich liebe dieses Land“ fand ich doch ein wenig daneben.

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Stellplatz im Herzen von Palermo

Ohne Blechschaden haben wir den Stellplatz erreicht und dort auch eine wirklich ruhige Nacht verbracht.

Am nächsten Morgen, am Mittwoch letzter Woche sind wir ostwärts der Küste entlang nach Cefalù gefahren und haben uns auf den Campingplatz Costaponente gemütlich eingerichtet. Einfach traumhaft! Wir haben einen Platz an der vordersten Front ergattert – was nicht schwer war da nur ein Viertel des Platzes belegt war – und haben spontan entschieden, auch über das Wochenende zu bleiben. FEHLER! 

Bis zum Samstag herrschte Frieden auf dem Platz, ein paar Familien mit Kleinkindern, ein paar Rentner, ein Bademeister der sich langweilte…. und dann fing am Samstagnachmittag das Spektakel an. Man muss es einfach einmal erlebt haben. Am Nachmittag zwischen drei und fünf Uhr hat sich der Platz gefüllt, rund um das Schwimmbad war jeder Stuhl besetzt, überall Gekreisch und Gebrüll…. nur das kleine Eckplätzchen neben uns war um diese Zeit noch frei. Wie uns eine deutsche Wohnmobilistin am Montag erzählte, waren wir Zürcher zu diesem Zeitpunkt noch die Meistbeneideten aller Nicht-Palermitaner. Nicht für lange. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhr ein Wohnmobil mit Schwung auf den Platz neben uns. Zu meiner Erleichterung nur eine Kleinfamilie mit einem ca. 12 jährige Sohn. Ach ja, das geht ja noch dachte ich. Ein Kohlegrill(!), ein sehr langer Tisch und entsprechende Sitzbänke wurden aufgestellt – für drei??? Nein, nicht für drei, unsere Nachbarn waren mit der Hälfte der anderen Gäste rund um uns befreundet, laufend wurden mehr Fleischstücke auf den Grill geworfen und laufend schien der Wind nur in unserer Richtung zu wehen. Und dazu noch das Dauergeschrei der Kinder und die immer lauter werdenden Eltern, schliesslich mussten sich diese ja auch über den Krach hinweg verstehen… Kurz und gut, um 22.50 h – jawohl, ich habe auf die Uhr geschaut – ist mir der Kragen geplatzt und ich habe mit wahrscheinlich genauso lautem Gebrüll um ein wenig Ruhe gebeten… hat es was gebracht? Eine Entschuldigung von ihnen und ein schlechtes Gewissen bei mir, viel ruhiger wurde es bis drei Uhr morgens eigentlich nicht. Sie sind einfach zwei Wohnmobile weiter gezogen. Und am nächsten Nachmittag wurde wieder der Grill angemacht und diesmal, da wir ja inzwischen die besten Freunde geworden waren, schliesslich hatten wir uns ja wie Familienmitglieder angebrüllt, mussten wir unbedingt von dem Fleisch probieren!

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Le budelle – auf Deutsch: Die Eingeweide, Gedärme. Aber zur Beruhigung: vom Kalb!😳😳🤢🤢🤮🤮[/capt[/capt[/capt[/capt
Am Sonntagabend wurde dann alles wieder eingepackt: Kohlegrills, Kinder, Velos mitsamt der Hupe, alles wurde im Schnelltempo in das Wohnmobil geladen und endlich, endlich wurde die Heimfahrt angetreten. Arrivederci a sábado!