Unsere Camping-Nachbarn II

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Vor der Invasion

Sie sind laut, mehr als laut, sie sind freundlich, sie sind herzlich, sie reden, sie singen und schreien und reden, es nimmt kein Ende…. unsere sizilianischen Nachbarn auf dem Campingplatz Costaponente bei Cefalù. Sie sind so laut, dass bis drei Uhr morgens nicht ans Schlafen zu denken war. Dabei hat alles so wunderbar begonnen.

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Warten auf die Einschiffung

Die Einschiffung in Genova und die Überfahrt verlief ziemlich ereignislos, vom DJ in der Lounge mal abgesehen, der sich als die Reinkarnation von Lució Dalla wähnte. Die Fahrt zum Stellplatz in Palermo verlief da schon spannender. Ich habe abwechslungsweise Herzrhythmusstörungen, Magenkrämpfe und Wutanfälle durchgemacht, während Peter souverän unser Wohnmobil durch den dichten und völlig chaotischen Abendverkehr gelenkt hat. Und erst noch Spass dabei hatte! Aber seine  Aussage „ich liebe dieses Land“ fand ich doch ein wenig daneben.

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Stellplatz im Herzen von Palermo

Ohne Blechschaden haben wir den Stellplatz erreicht und dort auch eine wirklich ruhige Nacht verbracht.

Am nächsten Morgen, am Mittwoch letzter Woche sind wir ostwärts der Küste entlang nach Cefalù gefahren und haben uns auf den Campingplatz Costaponente gemütlich eingerichtet. Einfach traumhaft! Wir haben einen Platz an der vordersten Front ergattert – was nicht schwer war da nur ein Viertel des Platzes belegt war – und haben spontan entschieden, auch über das Wochenende zu bleiben. FEHLER! 

Bis zum Samstag herrschte Frieden auf dem Platz, ein paar Familien mit Kleinkindern, ein paar Rentner, ein Bademeister der sich langweilte…. und dann fing am Samstagnachmittag das Spektakel an. Man muss es einfach einmal erlebt haben. Am Nachmittag zwischen drei und fünf Uhr hat sich der Platz gefüllt, rund um das Schwimmbad war jeder Stuhl besetzt, überall Gekreisch und Gebrüll…. nur das kleine Eckplätzchen neben uns war um diese Zeit noch frei. Wie uns eine deutsche Wohnmobilistin am Montag erzählte, waren wir Zürcher zu diesem Zeitpunkt noch die Meistbeneideten aller Nicht-Palermitaner. Nicht für lange. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhr ein Wohnmobil mit Schwung auf den Platz neben uns. Zu meiner Erleichterung nur eine Kleinfamilie mit einem ca. 12 jährige Sohn. Ach ja, das geht ja noch dachte ich. Ein Kohlegrill(!), ein sehr langer Tisch und entsprechende Sitzbänke wurden aufgestellt – für drei??? Nein, nicht für drei, unsere Nachbarn waren mit der Hälfte der anderen Gäste rund um uns befreundet, laufend wurden mehr Fleischstücke auf den Grill geworfen und laufend schien der Wind nur in unserer Richtung zu wehen. Und dazu noch das Dauergeschrei der Kinder und die immer lauter werdenden Eltern, schliesslich mussten sich diese ja auch über den Krach hinweg verstehen… Kurz und gut, um 22.50 h – jawohl, ich habe auf die Uhr geschaut – ist mir der Kragen geplatzt und ich habe mit wahrscheinlich genauso lautem Gebrüll um ein wenig Ruhe gebeten… hat es was gebracht? Eine Entschuldigung von ihnen und ein schlechtes Gewissen bei mir, viel ruhiger wurde es bis drei Uhr morgens eigentlich nicht. Sie sind einfach zwei Wohnmobile weiter gezogen. Und am nächsten Nachmittag wurde wieder der Grill angemacht und diesmal, da wir ja inzwischen die besten Freunde geworden waren, schliesslich hatten wir uns ja wie Familienmitglieder angebrüllt, mussten wir unbedingt von dem Fleisch probieren!

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Le budelle – auf Deutsch: Die Eingeweide, Gedärme. Aber zur Beruhigung: vom Kalb!😳😳🤢🤢🤮🤮[/capt[/capt[/capt[/capt
Am Sonntagabend wurde dann alles wieder eingepackt: Kohlegrills, Kinder, Velos mitsamt der Hupe, alles wurde im Schnelltempo in das Wohnmobil geladen und endlich, endlich wurde die Heimfahrt angetreten. Arrivederci a sábado!

3 Gedanken zu „Unsere Camping-Nachbarn II“

  1. Diesen aufregenden Verkehr von der Fähre auf den Stellplatz haben wir auch erlebt und ich kann jede Gefühlsregung darüber verstehen. Ich war auch sehr froh, dass ich nicht fahren musste.

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