Il tortellino emiliano

Castelfranco Emilia ist eine typische Kleinstadt der Emilia, flach wie eine Flunder – die höchste Erhebung ist die Autobahnüberführung – im Winter neblig-kalt und im Sommer einfach nur heiss. Was diese Stadt zwischen Modena und Bologna aber auszeichnet, ist die fast verbriefte Tatsache, dass hier die Tortellini erfunden wurden …und so nebenbei bemerkt, auch mein Geburtsort ist 😁

Der Legende nach besuchte im 12. Jahrhundert eine junge und sehr hübsche Adlige das Wirtshaus Corona in Castelfranco, um sich hier von den Strapazen ihrer Reise zu erholen. Der Wirt begleitete die junge Dame zu ihren Gemächern und blieb nach dem Verlassen des Zimmers vor der geschlossenen Türe stehen, um sie durch das Schlüsselloch beim Baden zu beobachten.
Am gleichen Abend, von der Schönheit ihres Bauchnabels inspiriert, formte er aus Teigvierecken (klassisch 4 x 4 cm) und Füllung die Tortellini.

In einer anderen Version der Geschichte wird behauptet, dass es sich nicht um den Bauchnabel einer Adligen, sondern den der Venus handelt. Was diese aber ausgerechnet in Castelfranco zu suchen hatte, blieb und bleibt ein Rätsel.

Diese Füllung besteht aus je 200 gr Mortadella, Rohschinken und Schweinsfilet, dazu noch 1 Ei, Parmesan, Muskatnuss, Salz und Pfeffer für einen Teig von ca 550 gr
Foto aus dem Internet
so schmeckt es mir am besten, mit viel Parmesan – für einen Puristen ein no-go. Parmesan gehört angeblich nur in die Füllung!

Alljährlich findet anfangs September in Castelfranco di Festa di San Nicola statt, eigentlich die Sagra del Tortellino. Zehn Tage lang wird der Tortellino tradizionale gefeiert. 1000 bis 1200 kg Tortellini werden für dieses Fest hergestellt und verzehrt.
Auf der Piazza, bei einem Teller Tortellini trifft man sich wieder. Familien, Freunde und Bekannte, solche, die die Emilia nie verlassen haben und die paar wenigen Modenesi, die ihr Glück irgendwo auf der Welt gesucht haben, wenigstens einmal im Jahr vereinigt die Liebe zum guten Essen alle.

Foto aus dem Internet

Falls ihr irgendwann mal Bologna oder Modena in diesem Zeitraum besucht, einen Abstecher nach Castelfranco lohnt sich allerweil……

Foto aus dem Internet

So, und nach dieser Liebeserklärung an die Tortellini ist es Zeit, zu meinem Liebsten an den Zürichsee heimzukehren. Schließlich müssen wir noch die letzten Vorbereitungen für unsere nächste großen Reise vorbereiten. Ende Januar geht’s wieder los!

Arrivederci

5 Gedanken zu „Il tortellino emiliano“

  1. Oooooooh Stefi, wie schööööööööön! Deine Heimatstadt möchte ich auch gerne mal besuchen – und die grösseren Städte in der Nähe auch 🙂 . Da kann man sich einmal quer durchs Schlaraffenland mampfen … danke für den wie immer sehr schönen Bericht! Kussi

    Liken

    1. Hallo Martinchen, ja, ihr müsst unbedingt mal in die Gegend, Bologna ist sehenswert und das Essen ist einfach nur gut. Und in Modena ist ja die Osteria Francescana, gehört angeblich zu den besten Restaurants der Welt. Um abbraccio

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s