Quebrada de las Conchas

Unser Weg nach Salta führt uns wieder durch Täler und Schluchten, die bekannteste davon ist die malerische Quebrada de las Conchas, die Schlucht der Muscheln. Muscheln haben wir keine gesehen, dafür eine abwechslungsreiche und atemberaubend schöne Landschaft, an der wir uns einfach nicht satt sehen können. Am besten lassen wir jetzt einfach unsere Bilder sprechen.

In Salta erwartet uns wieder eine Airbnb-Unterkunft, diesmal hoffentlich mit brauchbaren Kochutensilien und ohne störenden Geruch.

Wir sind auf dieser Reise auf den Geschmack von Empanadas gekommen, am Dienstag wird uns eine Einheimische beibringen, wie wir die typischen Empanadas der Gegend selber herstellen können.

Eine dreitägige Rundtour mit Führer haben wir auch gebucht. Dies scheint uns ratsam zu sein, da die Salinen und einige der Sehenswürdigkeiten der Gegend sich für uns auf ungewohnter Höhe befinden. Die Route führt uns auf Bergstraßen bis auf 4000 m, da lässt man lieber einen Profi ans Steuer.

Empanadas con pollo y queso

Schöne Woche!

RN 40 Villa Unión – Cafayate

Wir verlassen Villa Union und folgen der RN 40, die sich zuerst mit sanften, dann immer steileren Kurven einer Schlucht entlang schlängelt. Auf der Passhöhe Cuesta de Miranda angekommen, staunen wir über die Aussicht und über eine kleine Madonnenstatue, zu deren Füßen vorwiegend gefüllte Plastikwasserflaschen gelegt wurden. Opfergaben?


Diese Ortschaft besteht genau aus einem Haus. Woher der Bewohner wohl stammt?
Es ist ein ständiges Rauf und Runter

Immer wieder schlängelt sich die RN 40 durch Täler, Schluchten, Hochebenen und kleineren Siedlungen. Von roten Felsen zu Steppengras, von Reben zu Steinwüsten, langweilig wird es uns nie. Auch durchqueren wir regelmäßig ausgetrocknete Bach- und Flussbette, manchmal so tief, dass das Flussbett über Augenhöhe liegt. Jetzt ist uns klar, wieso die RN 40 in der Regenzeit keine gute Idee ist.

Für einmal nicht ausgetrocknet

Stundenlang sind wir alleine unterwegs, nur ein paar Tiere scheinen sich für uns zu interessieren. Drei Fahrzeuge am Tag = Rushhour, vier Autos sind schon eine Zumutung.

Der höchste Gipfel der Sierra Famatina ist 6250 m höch
Reben der Finca Albarossa auf 1853 m

Drei Tage haben wir gebraucht, um gemütlich von Villa Union nach Cafayate zu fahren. Hier in Cafayate werden wir uns von den „Strapazen“ der Reise erst mal erhohlen und wohl auch den Weißwein aus der Torróntes-Traube versuchen, die zwischen 1800 – 2400 m.ü.M. angebaut wird.

Ab Cafayate werden wir die Ruta 40 einstweilig verlassen, für die Weiterfahrt nach Salta haben wir uns für die Ruta 68 entschieden, die durch die Quebrada de las Conchas führt.

RN 40 – Abstecher in den Parque Nacional del Talampaya

Darth Vader?

Villa Unión ist der ideale Ausgangspunkt für einen Besuch in den Talampaya Nationalpark. In knapp 45 Minuten Fahrzeit erreichen wir den Park, der seit 2000 zum UNESCO Weltnaturerbe gehört und eine einzigartige Wüstenlandschaft beherbergt. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von rund 215 Quadratkilometern, doch nur ein kleiner Teil kann besichtigt werden. Private Fahrzeuge sind im Park nicht zugelassen, dafür werden täglich mehrere geführte Touren in Minibussen oder zu Fuss angeboten. Leider hatte heute keiner der Parkangestellten Englischkenntnisse, hoffentlich ändert sich dies in Zukunft.

Das Flussbett des Rio Talampaya ist außerhalb der kurzen Regenzeit im Januar und Februar ausgetrocknet und dient uns als Fahrspur.

Wasser und Wind haben zu bizarren Felsformationen geführt, wie Darth Vader (eigentlich Mönch), Totem, Gothic Cathedral und viele andere, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Bis zu 150 m hoch ragen die Steilwände dIeses Canyons
Traumhafte Farben

Der Nationalpark bringt scheinbar nicht genügend Tourismus um den Bewohnern der Kleinstadt Villa Unión etwas mehr Wohlstand zu bringen. Es ist schon etwas trostlos hier.

Gauchos

Morgen geht’s weiter nach Chilecito

Wir wünschen euch einen guten Start in die neue Woche und lasst euch nicht erwischen!

RN 40 – Von Mendoza nach Villa Union

Öde Landschaft 20 km nördlich von Mendoza


Seit Freitagmorgen sind wir wieder unterwegs. Kurz nach Mendoza sind wir auf die legendäre Ruta 40 gestossen und werden nun dieser Strasse für die nächsten 1300 km bis nach Salta folgen.

5301 km lang ist die Ruta Nacional 40, vom Cabo Vírgenes bis nach Ciénagas de Paicone an der bolivianischen Grenze, somit ist sie eine der längsten Fernstrassen der Welt.

Kurz nach Mendoza wird es ziemlich öde, die Strasse zieht sich fast schnurgerade in die Ferne und Peter ist es ziemlich langweilig am Steuer. Auf Rücksicht auf seinen hartnäckigen Husten fahren wir nur knappe drei Stunden bis nach San Juan. Ich würde mich nur ungern wieder ans Steuer setzen, zu lange ist es her, seit ich mit meinen roten Seat Ibiza durch die Strassen gefegt bin.

Nach einer Nacht im Hotel scheint es Peter viel besser zu gehen und gemütlich machen wir uns auf den Weg nach Villa Union. Die ersten paar Kilometer sind wieder langweilig, doch bald wechselt die Landschaft, die Berge rücken näher und die Strasse trumpft mit Kurven auf.

Wie man sich doch über eine Kurve freuen kann…
Oder über eine nette Botschaft

Nach San José de Jáchal steigen wir die relativ schnell in die Höhe und haben einen wunderbaren Weitblick.

Und was kommt nach der nächsten Kurve?


Wir sind ziemlich hungrig in Villa Union eingetroffen. Leider zu spät für ein spätes Mittagessen, jetzt müssen wir auf das Abendessen warten. Hier in Argentinien machen die Restaurants nicht vor 19.30 h auf, die meisten erst um 20.00 h – 20.30 h. 😫😫😫😫

Airbnb-Erfahrungen

Man glaubt es kaum, aber der Schein trügt. Diese Unterkunft in Luján de Cuyo (Mendoza) ist nicht ganz so idyllisch wie es auf dem ersten Blick scheinen mag. Gut, für Leute mit schlechtem Geruchssinn, die nur auswärts essen und Hunde lieben stimmt der Eindruck, aber für uns ist es der dritte richtige Airbnb-Fehlgriff!

Auswärts essen mag ja Spass machen, ist man wie wir für längere Zeit unterwegs möchte man zwischendurch den Kochlöffel doch lieber mal selber schwingen – oder zumindest zuschauen, wie die bessere Hälfte dies macht. Deshalb suchen wir uns bei längeren Aufenthalten am gleichen Ort eine Wohnung oder ein Cottage. Und damit haben wir schon viele wirklich schöne Erfahrungen gemacht. So wie in Barossa Valley, wo die Gastgeber uns einfach zu einem Familienessen mitgenommen haben, in den Blue Mountains wurden wir schon vor Ankunft gefragt, welche Milch den wir denn gerne zum Frühstück hätten. Oder in Broome und Adelaide, wo die jeweilige Gastgeberin uns am Flughafen resp. Bahnhof abgeholt hat und in Adelaide das Häuschen mit einem Riesenstrauss Lilien geschmückt war. Oder da kommt mir noch der Host an der Great Ocean Road in den Sinn, der uns nachts den Kamin von außen mit Holz gefüttert und somit das Feuer am Leben erhalten hat…. und uns wegen der unerwarteten Kälte eine Wollmütze in unseren Goodybag packte…..

Antigua
Broome
Leura, Blue Mountains, so schöne Erinnerungen

Aber ich schweife ab, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Geruchssinn und selber kochen… unsere Unterkunft hier hat einen Induktionsherd, leider keine passenden Pfannen. Die einzigen Töpfe mit magnetischen Boden haben weder Griffe noch Deckel, eigentlich sind es Schüsseln.

Wie soll man da kochen?

Und die Wäsche riecht, als hätte man sie tagelang nach dem Waschen in der Maschine vergessen und dann noch feucht in den Schrank versorgt. Ein grauenhafter Mief, auch wenn es Peter nicht so schlimm empfindet.

Mit den Hunden ist es so, dass es Unmengen von streunenden gibt, dazu scheint jeder Hausbesitzer in der Nachbarschaft auch noch Hunde zu besitzen. Das Geheule, Gebell und Gekläffe nimmt kein Ende, vor allem nachts ist es ziemlich störend.

Ich mag Hunde nicht besonders, aber das scheint die nicht weiter zu stören

Dafür hatten wir in der letzten Unterkunft Azuca, die freundlichste Katze der Welt

Der Swimmingpool ist übrigens der Hunde-Trinknapf. 😩😩😩

Manchmal hat man einfach mit der Wahl der Unterkunft Pech. Obwohl alle vorherigen Mieter die Unterkunft und die Vermieterin in den höchsten Tönen lobten, für uns stimmt es diesmal einfach nicht. Es liegt wohl auch daran, dass die Besitzerin nicht anwesend ist und ihre Stellvertretung zwar sehr nett aber auch überfordert ist.

Genug geklönt, schlussendlich ist alles nur halb so schlimm. Und am Freitag geht’s Richtung Norden mit dem Auto weiter. Ca. 1300 km von Mendoza nach Salta auf der legendären Ruta 40 mit einem längeren Stopp in Cafayate, mit 1680 m.ü.M. eines der höchst gelegenen Weinanbaugebiete der Welt.

Wir melden uns 🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷

El cementerio de la Recoleta

Es ist nicht so, dass wir einen Totenkult betreiben und regelmäßig Friedhöfe auf unseren Reisen besuchen, aber der Friedhof Recoleta in Buenos Aires ist schon besonders.

Nicht nur liegt Evita Perón hier begraben, es werden auch geführte Touren in mehreren Sprachen angeboten und eine eigene Webseite unterhalten. Aber das Besondere ist, dass Recoleta einer Stadt gleicht, einer Stadt der Toten.

Und wie jede Stadt, hat auch Recoleta Geschichten zu erzählen, wie der von Liliana Crociati de Szaszak. Die junge Frau wurde auf ihrer Hochzeitsreise getötet, als eine Lawine auf ihr Hotel in der Nähe von Innsbruck stürzte.

Das Grab von Liliana
Die Bronzestatue zeigt Liliana im Hochzeitskleid mit ihrem Hund

Oder die tragische Geschichte der jungen Rufina Cambaceres

Die junge Rufina

Rufina‘s Mutter, eine wohlhabende Witwe, hatte ein rauschendes Fest für den 19. Geburtstag ihrer Tochter organisiert. Als diese sich in ihrem Zimmer auf den Abend vorbereitete, brach sie zusammen und wurde von den herbeieilenden Ärzten für tot erklärt. Angeblich hatte sie an diesem Abend erfahren, dass ihr Verlobter zugleich ein Verhältnis mit ihrer eigenen Mutter hatte!

Wie damals bei den Reichen üblich, wurde Rufina schnell beigesetzt. Kurz vor der endgültigen Beisetzung erfuhr die Mutter vom einem der Friedhofsgärtner, dass der Deckel des Sarges verschoben vorgefunden wurde. Als dann der Sarg zur Kontrolle geöffnet wurde, fand man die Innenseite des Deckels stark zerkratzt sowie Hände und das Gesicht der junen Frau völlig zerschunden vor. Sie war lebendig begraben worden! Heute nimmt man an, dass sie vor Schmerz in eine Starrsucht verfallen war und an einem Herzanfall starb, als sie sich nicht aus dem Sarg befreien konnte.

Und da wäre noch die Geschichte des Totengräbers David Alleno.

Foto aus der offiziellen Website

David hat 30 Jahre lang als Totengräber im Friedhof gearbeitet und jeden Rappen für eine eigene Grabstätte auf die Seite gelegt. Man erzählt sich, dass sobald seine Skulptur vom Bildhauer fertig erstellt war, David nach Hause ging und sich das Leben nahm. Angeblich hört man heute noch seine Schlüssel klimpern, wenn sein Geist im Morgengrauen die engen Gassen der Grabstätten abschreitet.

Auf einer Plaza vor dem Friedhof befindet sich ein Riesengummibaum, sein Durchmesser soll stolze 50 m betragen. Seine weit ausladenden Äste sind so schwer, dass sie mit Holzträgern und einer Skulptur unterstützt werden.

Toll, oder?


Heute regnet es in Buenos Aires, Zeit für ein Museumsbesuch oder ein
Mittagsschläfchen

Adiós Uruguay

Nach zwei Wochen verlassen wir heute Uruguay und setzen mit der Fähre nach Buenos Aires über. Knappe 2 1/4 Std dauert die Fahrt über den Rio de la Plata von Montevideo aus. Ein wenig traurig sind wir schon, das beschauliche Uruguay gegen die Milionenstadt Buenos Aires einzutauschen. Hier in Uruguay, vor allem außerhalb Montevideos, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Von Stress keine Spur.

So wie in Colonia del Sacramento, der ältesten Stadt Uruguays. 1680 gegründet, wurde die Altstadt 1995 durch die UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Von den Portugiesen gegründet, von den Spaniern erobert, von den Portugiesen wieder zurückerobert etc. zeigt die Altstadt klar die portugiesische neben der spanischen Bauweise. Flache Dächer = Spanien, Giebeldach = Portugal. Straßen mit Vertiefung in der Mitte = Portugal, Wasserablauf seitlich = Spanien. Zumindest haben wir das so verstanden.

Oben spanisch, unten portugiesisch

Links portugiesisch, rechts spanisch

Strasse spanisch, Auto US-amerikanisch

Überall in der Altstadt finden sich gemütliche Ecken

Unsere Posada

Es sind Bestrebungen im Gange, die Altstadt autofrei zu machen. Für uns wäre dies das Tüpfelchen auf dem i.

Blick vom Leuchtturm
Cooles Käppchen 😊😊😊😊

Leben und Leben lassen in Carmelo und Canelones:

Chacrita del SUR, Canelones
Unsere Posada in Carmelo
Entspannt am Rio de la Plata, Carmelo
Die Menschenmenge hält sich hier im Rahmen

Ganz anders Punta del Este, hier, östlich von Montevideo geht es schon viel mondäner zu:

Das Wahrzeichen von Punta del Este: La Mano
Eines der Strände von Punta del Este
Mit dem Stehpaddel surfen: Könner am Werk

Außer Fußball und Mate haben die Uruguayos eine dritte Leidenschaft, den Weinbau. Wir haben mehrere Bodegas besucht und es nicht bereut – na ja, vielleicht ein kleines bisschen am Morgen danach…. die Gläser werden beim Degustieren schon ziemlich gefüllt und es wird geschluckt, nicht herausgespuckt… wie auch immer, ganz nüchtern kommt man da nicht weg. Aber die Weine sind wirklich gut.

Typisch für Uruguay: die Tannat-Traube

Jetzt sind wir auf die argentinischen Weine gespannt, nach Buenos Aires fliegen wir weiter nach Mendoza, das Hauptweinbaugebiet von Argentinien.

Der Fährhafen von Montevideo

Übrigens, wir haben wieder etwas gelernt, der richtige Name von Uruguay lautet “Republica Oriental del Uruguay”. Es stimmt doch, Reisen bildet.

Euch allen wünschen wir einen guten Start in die neue Woche 👋🏼👋🏼👋🏼👋🏼🍷